Stadt Rabat

Rabat

Boulevard Mohamed Lyazidi (vor dem Mausoleum von Mohammed V.)






Überblick

Rabat - Königspalast

Wache im Vorhof des Königspalastes - Foto: Wikipedia - Autor: Ralf-André Lettau - Lizenz: s.u.



Der Name der Stadt Rabat stammt von der arabischen Bezeichnung ar-Ribāṭ, was soviel bedeutet wie "befestigter Ort". Rabat ist die Hauptstadt Marokkos und besitzt etwa 578 000 Einwohner. Zusammen mit dem Ballungsgebiet Rabat-Salé-Zemmour ergab die Volkszählung 2008 eine Einwohnerzahl von 1.879.198, womit diese Region nach Casablanca die zweitgrößte Stadt des Landes ist. Die Stadt Rabat liegt am Atlantischen Ozean an der Mündung des Flusses Bou-Regreg. Hier in Rabat befindet sich der Sitz des Ober- und Unterhauses Marokkos, hier ist der Sitz der Regierung und Rabat ist auch gleichzeitig die Residenzstadt des marokkanischen Königs. Die Stadt gehört zu den vier Königsstädten in Marokko, in denen die Sultane und Könige des Landes im Laufe der Jahrhunderte abwechselnd residierten, so dass diese sich zu Großstädten entwickeln konnten.


 

Map Rabat



Rabat - Kasbah

Mauern und Türme der Kasbah des Oudaïas


In Rabat befinden sich die meisten Auslandsvertretungen und Konsulate. Im 12. Jahrhundert ließen die Almohaden den Ribat zu einer befestigten Stadt (Kasbah) erweitern, die bis ins 19. Jahrhundert mit und in Konkurrenz zu Salé eine bedeutende Handelsstadt blieb. Im 17. Jahrhundert sorgten die unabhängige Piratenrepublik Bou-Regreg für eine wirtschaftliche Blütezeit und von der Iberischen Halbinsel zugewanderte Andalusier für ein Bevölkerungswachstum. Mit Beginn des Französischen Protektorats wurde Rabat 1912 Sitz des Generalresidenten. Seit der Jahrtausendwende entsteht am Bou-Regreg das großangelegte Bab el-Bahr-Projekt, mit dem das bisher unbesiedelte Flussufer zu einem kulturellen Zentrum ausgebaut werden soll.


 

Rabat

Brücke Moulay-Hassan - Foto: Wikipedia - Autor: Pline - Lizenz: s.u.


Rabat liegt etwa 100 Kilometer nordöstlich von Casablanca und 200 Kilometer südlich von Tanger. Die Entfernung nach dem östlich gelegenen Meknès beträgt 120 Kilometer. Rabat und Salé liegen jeweils auf einer Felsnase über dem breiten Bou-Regreg-Tal. Knapp zwei Kilometer Luftlinie trennen die Befestigungsmauern beider Altstädte an der Einmündung des Flusses in den Atlantik. Am Flussufer etwa 200 Meter südöstlich der Kasbah des Oudaïas können Fußgänger mit Ruderbooten nach Salé übersetzen. Eine Straßenbrücke im Innenstadtbereich ist die vierspurige, Ende der 1950er Jahre erbaute Pont Moulay El Hassan, die im Mai 2011 durch die höhere Brücke Hassan II ergänzt wurde. Die neue Brücke dient dem Kraft- und Straßenbahnverkehr. Nach der Fertigstellung von weiteren Straßenverbindungen wird die alte Brücke zurückgebaut.


 

Rabat - Kasbah

Tor zur Kasbah des Oudaïas


Durch die größere Höhe der neuen Brücke von 12,8 Metern wird der Bou-Regreg landeinwärts schiffbar. Für den Fernverkehr kommen zwei weitere Straßenbrücken einige Kilometer landeinwärts hinzu. Der Flughafen Rabat-Salé befindet sich acht Kilometer nordöstlich des Zentrums. Der Küstenstreifen von der 45 Kilometer nördlich gelegenen Industriestadt Kenitra bis nach Casablanca im Süden gehört zu den am dichtesten besiedelten Regionen des Landes und verfügt über die wirtschaftlich stärkste Industrieproduktion. In diesem, während der Kolonialzeit zur bevorzugten Entwicklungszone erklärten Bereich leben 34 Prozent der marokkanischen Bevölkerung.


 

Rabat - kurze Geschichte

Rabat - Kasbah

Blick von Sale auf die Kasbah des Oudaïas - Foto: Wikipedia - Autor: Elooas - Lizenz: s.u.


Die Stadt Rabat wurde im 10. Jahrhundert an der Mündung des Bou-Regreg in der Nähe des früheren phönizischen und späteren römischen Hafens Sala Colonia gegründet. Dieser Ort wurde während der Herrschaft des römischen Kaisers Claudius (Regierungszeit: 41 – 54 n. Chr.) erobert. Kaiser Trajan (Regierungszeit: 98 – 117 n. Chr.) verlieh ihm unter dem Namen Colonia Sala Stadtrechte. Dieses erste Ribat (Islamische Militärsiedlung - Wehrkloster) wurde später die Hauptstadt des grossen almohadischen Eroberers und Kalifen Yaqub al-Mansur, dessen Reich sich von Tunesien bis nach Nordspanien erstreckte. Ribat el Fath, das Fort des Sieges, war der Sammelpunkt seiner Armeen, die im Schutz einer fünf Kilometer langen Befestigungsmauer lagerten.


 

Rabat - Kasbah

Eingang in der Stadtmauer zu den andalusischen Gärten


Yaqub al-Mansur erbaute die Stadtmauern, die Kasbah des Oudaïas und begann mit dem Bau einer großen Moschee, die jedoch nie vollendet wurde, weil nach seinem Tode der Bau gestoppt wurde. Die Ruinen der unvollendeten Moschee können heute zusammen mit dem Hassan-Turm besichtigt werden. Die damalige Stadt Rabat, die heutige Medina, war eine von fünf unabhängigen Ortschaften: die Medina selbst; die benachbarte Kasbah des Oudaïas, der Mechouar oder Palast, etwas weiter entfernt; dahinter die Ruinen der Chellah; und schließlich, auf der anderen Seite des Bou-Regreg, das alte Salè, wovon ein Teil dieser Altstadt ebenfalls von einer Stadtmauer umgeben ist.


 

Cellah

Rabat - Cellah

Tor zur Cellah - Foto: Wikipedia - Autor: Maxim Massalitin - Lizenz: s.u.


Auf dem freiem Gelände südöstlich der almohadischen Mauer umgibt die hohe, zinnenbekrönte Stampflehmmauer der Chellah die merinidische Totenstadt. Der Zugang führt durch ein monumentales steinernes Portal aus dem 14. Jahrhundert. Die oktogonalen Flankentürme enden oben in quadratischen Plattformen. Der Durchgang ist zur besseren Verteidigung in einem Winkel angelegt und mit Kreuzgratgewölbe aus Ziegeln überdeckt. Der Fußweg führt durch einen Park mit Büschen und Bäumen einen Hügel hinunter bis zu den 1930 freigelegten Resten der römischen Siedlung Sala Colonia. Die wenigen erhaltenen Steinreihen von Wohnhäusern und Handelsgeschäften lassen den Decumanus erkennen, der als die Hauptachse der Stadt zum einstigen Hafen führte. Diese endete an einem Triumphbogen, von dem nur die Fundamente erhalten sind. Daneben befindet sich die ab dem Ende des 13. Jahrhunderts eingerichtete Nekropole, in der mehrere merinidische Sultane und islamische Heilige (Marabouts) begraben wurden. [1]


 



Rabat heute

Rabat

Bahnhof - Gare Routière de Rabat


Der heutige Mittelpunkt der Stadt war damals Weideland zwischen der Medina und dem Mechouar, teilweise noch von den Ruinen der almohadischen Mauern umschlossen. Anlässlich der Besuche des Sultans in seinem Palast in Rabat galoppierten die Reiterscharen über die Ebene und huldigten ihm mit einer traditionellen Fantasia. Jetzt ist all dies in dem Ballungsraum Rabat-Salè mit über 1,8 Millionen Einwohnern zusammengewachsen. Rabat ist auch die Hauptstadt der Rabat-Salé-Zemmour-Zaer Region. Der Hafen von Rabat spielt heute nur noch eine unbedeutende Rolle, da in den letzten zwanzig Jahren das Problem der Verlandung aufgetreten ist. Jedoch besitzt die Stadt bedeutende Industrien wie z.B. die Textil-, Lebensmittel - und Bauindustrie, die die Verluste des Handels durch den Hafen auffangen.


 

Rabat

Innenstadtbereich


Auch einige bedeutende Internationale Konzerne haben sich hier angesiedelt. Ein weiteres wichtiges Standbein für die Stadt ist die Tourismusindustrie und die Präsenz aller ausländischen Botschaften in Rabat. Im Dezember 2007 war offizieller Baubeginn für die Straßenbahn Rabat-Salé, die in zwei Linien mit 20 Kilometern Länge und 31 Haltestellen den Ballungsraum Rabat-Salé erschließen soll. Nach ihrer Einweihung steht die neue Brücke Hassan II seit dem 23. Mai 2011 für den Kraftverkehr und für die Straßenbahn zur Verfügung. Die Straßenbahn hat mit den Linien 1 und 2 ihren Betrieb aufgenommen. Die Linie 2 soll weiter ausgebaut werden. Die Stadt ist über den Airport Rabat-Salé erreichbar und auch die Eisenbahn (ONCF System) bedient die Hauptsstadt.


 

Sehenswürdigkeiten in Rabat

Rabat - Kasbah

Blick auf die Kasbah des Oudaïas vom Bou Regreg


Hoch über der Flussmündung des Bou-Regreg auf einem Felsen liegt die beeindruckende Festungsanlage Kasbah des Oudaïas, die einen kleinen Palast (heute ein sehenswertes Museum), eine Moschee und einen zauberhaften Garten beinhaltet. Die Andalusier brachten die Gartenkunst aus Spanien nach Marokko. Deshalb heißen die Gärten auch heute noch Andalusische Gärten. Weiterhin sehenswert ist die merinidische Totenstadt Chellah. Die teils auf römischen Grundmauern errichtete Nekropole aus dem 14. Jahrhundert ist eine der schönsten Stätten Marokkos. In einem Park befinden sich hier neben römischen Ruinenresten vor allem Marabouts merinidischer Herrscher, eine kleine Moschee sowie ein Teich voller heiliger Aale. Interessant ist auch das beeindruckende Eingangstor der Cellah.


 

Besichtigungen

Rabat - Mausoleum

Mausoleum von König Mohammed V.


Empfehlenswert ist eine ganztägige Besichtigung von Rabat, der heutigen Hauptstadt Marokkos und Residenz des Königs. Rabat übt mit seiner hochgelegenen, malerischen Kasbah und seinen bedeutenden Sehenswürdigkeiten auf jeden Fremden eine besondere Faszination aus. Besichtigen Sie den Königspalast (von außen), den unvollendeten Hassan-Turm - das Wahrzeichen der Stadt, die Kasbah des Oudaïas und das prunkvolle Mausoleum aus strahlend weißem Marmor des verstorbenen Königs Mohammed V. und dem Kenotaph von König Hassan II.

Weitere Informationen zum Mausoleum von König Mohammed V. in Rabat finden Sie hier....!


 

Weitere Informationen:

Kasbah Zu den am meisten besuchten Sehenswürdigkeiten der Stadt Rabat zählt die sogenannte Kasbah des Oudaias. Kasbah ist in der ursprünglichen Bedeutung die arabische Bezeichnung für eine innerhalb oder...

Mausoleum von Mohammed V. Ganz mit weißem Marmor wurde die Begräbnisstätte für den marokkanischen König Mohammed V. in Rabat bedeckt. Das Mausoleum befindet sich auf der Esplanade des Hassan-Turms und überblickt die Mündu...

Weitere Informationen:

Quartier Hassan Das Quartier Hassan ist ein Stadtviertel in der marokkanischen Hauptstadt Rabat. Dieses Viertel war einst ein Teil des mittelalterlichen, von einer über fünf Kilometer langen Stadtmauer umschloss...



Quellenangabe:


1.: Die Informationen zur Geschichte von Rabat basieren auf dem Artikel Rabat (18.06.2017) und stammen aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar. Die Fotos "Wache im Vorhof des Königspalastes - Autor: Ralf-André Lettau" - "Tor zur Cellah - Autor: Maxim Massalitin" - "Blick von Sale auf die Kasbah des Oudaïas - Autor: Elooas" - "Brücke Moulay-Hassan - Autor: Pline" unterliegen der Creative Commons Attribution-ShareAlike 3.0 Unported Lizenz und dürfen unter deren Bedingungen weitergegeben werden.


 

Fotos aus Rabat






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