Geschichte

Marrakech - Gärten Pavillion im Menara-Garten - im Hintergrund das Atlasgebirge






Lage



Marokko
liegt in Nordwest-Afrika. Vom spanischen Süden aus (Gibraltar, Tarifa, Cadiz,) ist es bequem als Tagesausflug (Tanger, Tetouan) auf den afrikanischen Kontinent einzuplanen. Es grenzt im Osten an Algerien, im Süden an die (von Marokko nicht anerkannte und seit 1979 annektierte) Republik Sahara (vormals Spanisch-Sahara), im Norden an das Mittelmeer und an die beiden spanischen Exklaven Ceuta und Melilla, im Westen an den Atlantik.



Marokkokarte (Karte kann vergrößert werden!)

Marokko





Dynastien


Seit 500.000 Jahren bildet Marokko eine Brücke zwischen Orient, Afrika und Europa. Ausgrabungsfunde und Felszeichnungen belegen, dass das Land bereits sehr früh besiedelt war. Über die ersten Berber, die vermutlich vom Osten her kamen, ist wenig bekannt. Beherrscht wurde Marokko in der Geschichte von Dynastien, die teils berberischer, teils arabischer Herkunft waren. Die Almoraviden herrschten zwischen 1046 und 1147, die Almohaden (muslimische Berber-Dynastie) zwischen 1147 und 1269, die Meriniden zwischen den Jahren 1269 und 1465. Ihnen folgten von 1465 - 1549 die Wattasiden gefolgt von der Dynastie der Saadier, die von 1549 - 1664 über Marokko herrschten. Ab 1664 lenkt die Dynastie der Alawiden Marokko, unterbrochen von einem 44 Jahre währenden Protektorat der Franzosen zwischen 1912 und 1956.


Essaouira Portugiesische Festung am Hafen

Al-Andalus


Um 1056 besetzten die Almoraviden (1046 - 1147) die Gebiete in Südwest-Marokko. Die Almoraviden waren eine Berberdynastie, deren Machtbereich sich von Mauretanien, über die Westsahara, später Marokko, Algerien und Al-Andalus (Teile der Iberischen Halbinsel) ausbreitete. Unter dem Herrscher Ali ibn Yusuf (1106 1143) konnten auch Valencia und Saragossa in Andalusien sowie die Inselwelt der Balearen unterworfen werden. Ab 1118 erstarkte im südlichen Marokko die militante, sittenstrenge Reformbewegung der Almohaden, die ab 1147 an die Macht gelangten.


Balearen - Insel Mallorca Palma - Maurische Bäder Banys Arabs


Die Almohaden waren eine muslimische Berber-Dynastie, die zwischen 1147 und 1269 über den Maghreb und al-Andalus (der maurisch beherrschte Teil der Iberischen Halbinsel) herrschten. Während der Regierungszeit der Almohaden wurde in Marrakech die Koutoubia-Moschee errichtet. Ihre Nachfolger, die Dynastie der Mériniden waren ebenfalls berberischen Ursprungs und regierten vom 13. Jahrhundert bis zur Mitte des 15. Jahrhunderts. Danach - etwa ab 1465 (wahrscheinlich schon früher!) - erlangte die Dynastie der Wattasiden die Regentschaft (auch berberischen Ursprungs) bis zum Jahr 1549.


Marrakech - Moschee Koutoubia Moschee - Detail des Minaretts


Die Wattasiden waren nicht in der Lage, die Macht der Portugiesen zu brechen, deren Eroberung der Häfen am Atlantik und anderer Orte nicht verhindert werden konnte. Dieses Vakuum nutzen die Saadier, die zuerst in Südmarokko unter dem Scheich Ahmad al-Arudsch von 1517 bis 1544 an die Macht kamen. Die Saadier waren eine muslimische Dynastie, die von 1549 bis 1664 über das heutige Marokko herrschte. Durch die Eroberung des portugiesischen Agadir gewannen die Saadier breite Unterstützung und konnten gegen den Widerstand von Bu Hassun 1549 die Wattasiden stürzen. Abgelöst wurden die Saadier 1664 von den Alawiden. Die Alawiden - auch Alaviden oder Alaouiten genannt - sind seit dieser Zeit die herrschende Königsdynastie in Marokko.


Agadir - Kasbah von Agadir ...gewaltige Mauern...

INFORMATIONEN ZUR GESCHICHTE VON MAROKKO

ab 2000 v. Chr. - Berberstämme besiedeln die Gebiete der heutigen Staaten Marokko, Algerien, Libyen, Nord-Mauretanien und West-Sahara.
ab 1200 v. Chr. - Die Phönizier gründen zahlreiche Handelsniederlassungen entlang der Nordafrikanischen Küste.
ab 841 v. Chr. - Karthago, eine der phönizischen Handelsniederlassungen, entwickelt sich zur einflussreichsten Metropole im westlichen Mittelmeer.
146 v. Chr. - Im 3. Punischen Krieg wird Karthago von Rom unterworfen. Die römische Provinz „Africa“ dehnt sich allmählich bis zum Atlantik aus.
429 n. Chr. - Die Vandalen dringen von Südspanien vor und erobern die römischen Provinzen in Nordafrika.
534 n. Chr. - Der Oströmische Kaiser vertreibt die Vandalen. Das Gebiet des heutigen Marokko gehört zum Oströmischen Reich.
697 n. Chr. - Die Araber dringen nach Westen vor und sorgen für eine rasche Verbreitung des Islams im „Maghreb“.
ab 750 n. Chr. - Nach zahlreichen Aufständen gewinnen die Fürstentümer im heutigen Marokko ihre Unabhängigkeit von den Arabern.
772 n. Chr. - Marokko wird dem Reich der arabischen Abbasiden angegliedert.
789 n. Chr. - Die Idrisiden-Dynastie regiert Marokko, mit der Hauptstadt Fes.
ab 920 n. Chr. - Verschiedene arabisierte Berber-Stämme teilen das Land in zahlreiche kleine Fürstentümer auf.
1080 - Die Almoraviden übernehmen die Macht im Maghreb und machen Marrakech zur Hauptstadt.
1147 - Das Reich der Almoraviden fällt an die Almohaden.
1235 - Das Almohaden-Reich zerfällt, das Gebiet des heutigen Marokko fällt an die Meriniden.
1415 - Die Portugiesen erobern den Mittelmeerhafen Ceuta. Bis Anfang des 16. Jahrhundert erlangen sie die Kontrolle über alle größeren Antlantik-Hafenstädte Marokkos.
1420 - Die Wattasiden übernehmen die Macht, aber auch sie können das Vordringen der Spanier und Portugiesen nicht verhindern.
1548 - Die mächtige Dynastie der Saaditen übernimmt die Macht. Sie beginnen den Handel mit den Europäern, Marokko erlebt eine wirtschaftliche Blüte.
1667 - Die heute noch herrschende Dynastie der Alawiten löst die Saditen an der Macht ab.
1684 - Bis auf Melilla, Sidi Ifni und Ceuta, erobert Marokko seine Hafenstädte zurück.
1844 - Marokko unterstützt den Berberführer Abd el-Kader, dem ein arabisches Großreich vorschwebt. Frankreich entsendet eine Strafexpedition. Französischer und spanischer Einfluss nimmt zu.
1860 - Spanien besetzt Tetouan.
1907 - Frankreich besetzt Casablanca.
1909 - Spanien erhält das Rifgebirge und die Provinz Ifni im Süden als Protektorat.
1912 - Der marokkanische Sultan Mulay Hafid, von Rebellen in Fès eingeschlossen, unterzeichnet einen Protektoratsvertrag mit Frankreich.
1945 - Nach dem 2. Weltkrieg gewinnt die „Istiklal“ an Bedeutung, es kommt zu neuen Unruhen.
02.03.1956 - Frankreich hebt den Protektoratsvertrag auf und erkennt Marokkos Unabhängigkeit an. Auch Spanien verzichtet auf seine Protektorats-Gebiete. Nur die Mittelmeerstädte Ceuta und Melilla bleiben endgültig spanisch.
16.08.1957 - Marokko wird als Königreich proklamiert, mit Rabat als Hauptstadt.
26.02.1976 - Spanien zieht sich aus seiner Provinz Spanisch-Sahara zurück und übergibt die Verwaltung an Mauretanien und Marokko, die sich nach einer militärischen Auseinandersetzung schließlich auf eine Grenze einigen können.
1979 - Marokko annektiert auch den mauretanischen Anteil an West-Sahara.
23. Juli 1999 - Tod von König Hassan II.
Nachfolger - sein Sohn Mohammed VI.





Info:

Koloniale Vergangenheit Unter der Federführung Heinrichs des Seefahrers wurde Portugal zur ersten europäischen Kolonialmacht mit Kolonien in Südamerika, Afrika und Asien. Auch Spanien betrieb nach dem Ende der Reconquis...



Christoph Kolumbus Cristoforo Colombo (Cristoph Kolumbus) wurde im Jahr 1451 als Sohn eines armen Webers in Genua geboren. Columbus interessierte sich schon früh für Berichte aus fernen Ländern und studierte geograph...



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Römisches Imperium Die einstige römische Stadt Volubilis ist eine archäologische Stätte in Marokko nahe der Stadt Meknès in der gleichnamigen Wilaya Meknès, zwischen Fès und Rabat. Sie zeigt die am besten erhaltene...









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